Styroporstein-Pool bauen – kompletter Baubericht
Ein Styroporstein-Pool lässt sich in Eigenleistung erstellen, wenn die Reihenfolge stimmt. Dieser Baubericht führt Sie von der Baugrube über die Bodenplatte und die verfüllten Schalsteine bis zu Einbauteilen, Verrohrung und Hinterfüllung – mit grober Zeitachse und Materialübersicht.
Aushub und Sauberkeitsschicht
Der Bau beginnt mit dem Aushub. Planen Sie die Grube umlaufend rund 30 bis 50 cm größer als das spätere Beckenaußenmaß, damit genug Arbeitsraum für das Versetzen der Steine, das Setzen der Einbauteile und die Hinterfüllung bleibt. Die Aushubtiefe ergibt sich aus Beckentiefe zuzüglich Bodenplatte und Sauberkeitsschicht.
Beurteilen Sie den Baugrund kritisch: Steht Grundwasser an oder ist der Boden bindig, sind eine Ringdrainage und ein tragfähiges Kiesbett nötig. Auf den verdichteten Untergrund kommt die Sauberkeitsschicht aus Magerbeton oder verdichtetem Splitt. Sie schafft eine ebene, saubere Arbeitsebene für die anschließende Bodenplatte.
Die Tragfähigkeit des Baugrunds und die Notwendigkeit einer Drainage sollten Sie im Zweifel durch einen Fachbetrieb oder ein Bodengutachten klären lassen.
Bodenplatte mit Bewehrung
Die Bodenplatte nimmt das Gewicht von Wasser und Beckenwänden auf. Üblich ist eine bewehrte Stahlbetonplatte, deren Dicke und Bewehrung sich nach Beckengröße und Baugrund richten. Die genaue Bemessung der Bewehrung – Mattenlage, Stabdurchmesser, Übergreifung – gehört in die Hand eines Statikers oder Ihres ausführenden Fachbetriebs; erfinden Sie hier keine Werte.
Legen Sie die Bewehrungsmatten auf Abstandhalter, damit sie vollständig vom Beton umschlossen werden. Sinnvoll ist eine Anschlussbewehrung, die aus der Platte herausragt und später mit der ersten Steinlage vergossen wird – so entsteht ein biegesteifer Übergang zwischen Boden und Wand. Betonieren Sie die Platte möglichst in einem Zug und ziehen Sie sie eben und in der Waage ab.
Steinlagen versetzen und mit Beton verfüllen
Nach dem Aushärten der Platte werden die Styropor-Schalsteine lagenweise versetzt. Die erste Lage bestimmt die Maßhaltigkeit des gesamten Beckens: Richten Sie sie exakt im rechten Winkel und in der Waage aus. Die Steine werden trocken ineinandergesteckt, nicht gemauert.
In die Hohlkammern kommt die senkrechte und waagerechte Bewehrung nach Vorgabe des Statikers. Anschließend werden die Kammern lagenweise mit gut fließfähigem Kernbeton verfüllt. Betonieren Sie nicht die volle Höhe auf einmal, sondern in Abschnitten, damit der Frischbetondruck die leichten Steine nicht verschiebt. Kontrollieren Sie Flucht und Lot laufend und stützen Sie die Wände bei Bedarf ab.
Einbauteile setzen: Skimmer, Düsen, Bodenablauf
Vor oder während des Verfüllens setzen Sie die Einbauteile: Skimmer, Einlaufdüsen und – falls vorgesehen – Bodenablauf und Scheinwerfernische. Die Aussparungen lassen sich in den Styroporsteinen mit Messer oder Säge sauber ausschneiden.
Achten Sie auf die richtigen Höhen: Der Skimmer bestimmt den späteren Wasserspiegel, die Einlaufdüsen liegen einige Zentimeter darunter. Fixieren Sie die Teile lagegenau, bevor der Beton sie umschließt, und verschließen Sie die Öffnungen gegen eindringenden Beton. Bodenablauf und Scheinwerfernische müssen vor dem Betonieren angeschlossen bzw. das Leerrohr verlegt sein, da sie später nicht mehr zugänglich sind.
Sicherheitsrelevant und bereits in dieser Rohbauphase zwingend vorzubereiten ist der Schutzpotentialausgleich. Nach DIN VDE 0100-702 sind die durchgehende Stahlbewehrung sowie alle leitfähigen Teile im Beckenbereich – auch der Unterwasserscheinwerfer und seine Nische – in den Potentialausgleich einzubinden. Legen Sie dazu die Anschlussfahnen an der Bewehrung an und verlegen Sie das Leerrohr, solange die Bauteile zugänglich sind; nachträglich ist dieser Anschluss kaum noch herzustellen. Die gesamte Elektroinstallation am Pool – einschließlich Ausführung und Nachweis des Potentialausgleichs – gehört in die Hand einer Elektrofachkraft.
Verrohrung und Hinterfüllung
Von den Einbauteilen führen Sie die Leitungen zur Technik. Für kleine bis mittlere Privatbecken ist meist Druckrohr d50 (DN40) ausreichend; bei größeren Becken oder hoher Umwälzleistung wählen Sie d63 (DN50). Skimmer-, Saug- und Düsenleitungen werden in PVC-U ausgeführt und mit Reiniger und PVC-Kleber kalt verschweißt.
Setzen Sie an Skimmer und an der Technik Verschraubungen, damit die Anschlüsse zerstörungsfrei lösbar bleiben. Absperr-Kugelhähne erlauben das getrennte Abschalten einzelner Leitungen. Verlegen Sie die Rohre mit leichtem Gefälle und planen Sie schon jetzt Entleerungsmöglichkeiten für den Winter ein.
Die Hinterfüllung erfolgt lagenweise mit verdichtungsfähigem Material, parallel zum Betonieren bzw. nach dem Aushärten. Verfüllen Sie gleichmäßig rundum, damit kein einseitiger Erddruck auf die noch nicht ausgehärtete Wand wirkt. Verdichten Sie in Schichten, aber schonend, um Leitungen und Wände nicht zu beschädigen.
Zeitachse, Materialliste und Kosten
Ein Selbstbau lässt sich grob in folgende Phasen gliedern. Die Zeitangaben sind Anhaltswerte für ein mittelgroßes Becken (etwa 8 x 4 m) in Eigenleistung und hängen stark von Wetter, Helfern und Aushärtezeiten ab.
| Phase | Arbeit | Grobe Dauer |
|---|---|---|
| Aushub & Sauberkeitsschicht | Grube, Kiesbett, Magerbeton | 1–2 Tage |
| Bodenplatte | Bewehren, betonieren, aushärten | 1 Tag + Aushärtung |
| Steinlagen & Verfüllung | Versetzen, bewehren, betonieren | 2–4 Tage |
| Einbauteile & Verrohrung | Setzen, kleben, anschließen | 1–2 Tage |
| Hinterfüllung | Lagenweise verdichten | 1 Tag |
| Vlies, Folie, Befüllen | Auslegen, einhängen, fluten | 1–2 Tage |
Bei den Kosten dominieren Erdarbeiten, Beton und Bewehrung, die Schalsteine, Vlies und Folie sowie die Technik. Rechnen Sie eine Reserve für Verschnitt und Kleinmaterial ein. Eine belastbare Kostenschätzung erhalten Sie erst mit konkreten Mengen aus Ihrer eigenen Planung.
Styroporstein-Pool Schritt für Schritt bauen
- Baugrube ausheben Grube mit umlaufendem Arbeitsraum ausheben, den Untergrund verdichten und mit Kiesbett und Sauberkeitsschicht eben abziehen.
- Bodenplatte betonieren Bewehrungsmatten auf Abstandhalter legen, Anschlussbewehrung vorsehen und die Platte in einem Zug betonieren und eben abziehen. Die Bemessung übernimmt ein Statiker.
- Erste Steinlage ausrichten Die erste Lage Schalsteine exakt im rechten Winkel und in der Waage auf der ausgehärteten Platte ausrichten – sie bestimmt die Maßhaltigkeit des Beckens.
- Steinlagen aufbauen und bewehren Weitere Lagen trocken einstecken, senkrechte und waagerechte Bewehrung nach Vorgabe einlegen und Flucht und Lot laufend prüfen.
- Kernbeton verfüllen Die Kammern lagenweise mit fließfähigem Beton verfüllen, nicht die volle Höhe auf einmal, damit die leichten Steine nicht verschoben werden.
- Einbauteile setzen Aussparungen für Skimmer, Düsen und Bodenablauf ausschneiden, die Teile höhengenau fixieren und gegen eindringenden Beton verschließen. Den Schutzpotentialausgleich von Bewehrung und Scheinwerfer nach DIN VDE 0100-702 jetzt durch eine Elektrofachkraft vorbereiten lassen.
- Verrohren und anschließen Leitungen in PVC-U d50 (DN40) mit Reiniger und Kleber kalt verschweißen, Verschraubungen und Kugelhähne setzen und mit Gefälle zur Technik führen.
- Hinterfüllen, Folie, Befüllen Rundum lagenweise hinterfüllen und verdichten, Vlies und Auskleidefolie einhängen und das Becken parallel zur restlichen Hinterfüllung fluten.
Stückliste zum Bericht
Beispiel – bitte fachlich prüfen. Bauteile und Mengen je nach Einbausituation; Größe hier exemplarisch.
| Bauteil | Größe | Art.-Nr. | KLN-Nr. | Menge |
|---|---|---|---|---|
| PVC-U Druckrohr mit Muffe | d50 | 76910 | 51515804 | ca. 20–30 m |
| Bogen 90° Klebemuffe (PVC-U) | d50 | 70979 | 51513442 | 6–10 Stück |
| Winkel 90° Klebemuffe (PVC-U) | d50 | 70506 | 51513082 | 4–6 Stück |
| T-Stück 90° Klebemuffe, gleich (PVC-U) | d50 | 70022 | 51512912 | 2–3 Stück |
| 2-Wege-Kugelhahn M1 – Klebemuffe PVC-U (PTFE/EPDM) | d50 | 128814A | 51511559 | 2–4 Stück |
| Ocean® Verschraubung Klebemuffe/Klebemuffe, PN06, grau | d50 | 170397 | 51512461 | 3–5 Stück |
| Muffe, Klebemuffe (PVC-U) | d50 | 70739 | 51513256 | nach Bedarf |
| Griffon® UNI-100 Klebstoff mit Spezialbürste | – | 20023 | 51512566 | 1–2 Dosen |
| Griffon® Handreiniger | – | 1 Dose | ||
| Styropor-Schalsteine (EPS) | – | – | – | Wandbausteine des Beckens, Menge nach Umfang und Höhe |
| Betonstahl / Bewehrungsmatten | – | – | – | Bemessung durch Statiker oder Fachbetrieb |
| Transportbeton für Boden und Kernfüllung | – | – | – | Festigkeitsklasse nach statischer Vorgabe |
| Skimmer und Einlaufdüsen (ABS-Einbauteile) | – | – | – | bestimmen Wasserspiegel und Strömungsführung |
| Poolvlies und Auskleidefolie | – | – | – | Schutzvlies plus Innenhülle als wasserführende Schicht |
| Sandfilteranlage mit Umwälzpumpe | – | – | – | Auslegung nach Beckenvolumen und Umwälzfaktor |
Häufige Fragen
Brauche ich für einen Styroporstein-Pool eine Baugenehmigung?
Das hängt von Beckenvolumen, Standort und der jeweiligen Landesbauordnung ab. Klären Sie die Genehmigungspflicht vor Baubeginn mit Ihrer zuständigen Bauaufsichtsbehörde.
Muss die Bewehrung von einem Statiker berechnet werden?
Für Bodenplatte und Wandbewehrung sind Bemessung und Baugrund entscheidend. Lassen Sie die statischen Vorgaben von einem Statiker oder Ihrem Fachbetrieb festlegen und erfinden Sie keine eigenen Werte.
Welchen Beton nimmt man für die Kernfüllung der Schalsteine?
Üblich ist ein gut fließfähiger Beton, der die Kammern ohne Hohlstellen ausfüllt. Die genaue Festigkeitsklasse richtet sich nach der statischen Vorgabe.
Welche Rohrdimension brauche ich für die Verrohrung?
Für kleine bis mittlere Privatbecken genügt meist d50 (DN40); bei größeren Becken oder hoher Umwälzleistung wählen Sie d63 (DN50).
Wie lange dauert der Bau in Eigenleistung?
Für ein mittelgroßes Becken sind mit Aushärtezeiten mehrere Wochen realistisch. Die reine Arbeitszeit verteilt sich je nach Wetter und Helfern auf rund ein bis zwei Wochen.
Dieser Ratgeber bietet allgemeine technische Orientierung und ersetzt keine fachliche Planung. Sicherheits-, Elektro- und genehmigungsrelevante Arbeiten gehören in die Hand qualifizierter Fachbetriebe.